Historisches Fachwerkmodell im Rathaus

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Historisches Fachwerkmodell im Rathaus

Mehr als 200 Jahre stand das am 28. Mai 1743 von Hans-Joachim und Catharina Dreyer eingeweihte Ackerbürgerhaus in der heutigen Teichstraße 11. Würde es heute noch stehen, wäre es eines der ältesten Häuser der Stadt. Das Fachwerkhaus musste jedoch für den Neubau des Anglerheims im Jahr 1957 weichen. Seit dem 20. Februar 2020 kann das historische Gebäude in Form eines aufwändig gearbeiteten Modells im Rathaus besichtigt werden.

Im vergangenen Jahr entstand durch ein Projekt zur Heranführung an den ersten Arbeitsmarkt ein großes Modell der Stadt Hagenow nach einer historischen Karte von 1748. Mit der anschließenden, ebenfalls vom Jobcenter geförderten Arbeitsgelegenheit „Historische Hausmodelle Hagenow“ setzte Rüdiger Sturm, pädagogischer Mitarbeiter der Gesellschaft für Arbeitsförderung und Personalentwicklung Nord (GAP), neue Maßstäbe. In akribischer Handarbeit entstand das Fachwerkmodell eines niederdeutschen Hallenhauses in Form eines von Friedrich Pries dokumentierten Dreiständerbaus aus Hagenow. 

Zunächst eigneten sich die Teilnehmerinnen – unterstützt von Praxisanleiter Hartmut Berg – das notwendige Wissen über historische Architektur, Zimmermannstechniken und technisches Zeichnen an. Ihre handwerklichen Fähigkeiten entwickelten sie anhand von Probebauten. Das Modell des Hauses „Teichstraße 11“ besteht aus etwa 100 Metern Holzleisten in mehr als 400 Einzelzeilen, die ausschließlich mit Holznägeln verbunden sind. Insgesamt investierte das Team mehr als 3000 Arbeitsstunden. Das Museum der Stadt Hagenow stand den Modellbauern beratend zur Seite.

Bis Ende April steht das eindrucksvolle Fachwerkmodell noch im Rathaus. Anschließend wird es gemeinsam mit dem Stadtmodell im Rahmen des Stadtjubiläums in einem Schaufenster in der Langen Straße zu sehen sein.