Der Arbeitsmarkt im Geschäfts­stellen­bezirk Hagenow im Spiegel der Wahl­er­geb­nisse

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Agentur für Arbeit legt Zahlen zum 30.09.2017 vor.

In den letzten Tagen ist viel über die Ursachen des "Rechtsruckes" bei den Bundestagswahlen geschrieben worden. Auch wenn Hagenow dabei in Mecklenburg-Vorpommern unterdurchschnittlich abschneidet, hat doch auch hier jeder siebente national - konservativ gewählt.

Es sollen insbesondere die Männer, welche sich wirtschaftlich und sozial abgehängt fühlen, gewesen sein, die sich aus dieser politischen Strömung eine Verbesserung ihrer Situation versprechen. Von den knapp 2000 Arbeitslosen im Geschäftsstellenbezirk sind in der Tat 54,2% Männer. Dies ist eine beachtenswerte Abweichung von der Normalverteilung. 35,2% aller Arbeitslosen sind langzeitarbeitslos. Auch wenn dieser Wert absolut um 89 Personen gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, hat sich hier ein Sockel von über 30% über die Jahre verstetigt.

Die Befürchtung der Konservativen, dass mit Auslaufen der Sprach- und Integrationskurse eine Vielzahl von ehemaligen Flüchtlingen auf den Arbeitsmarkt drängen und vor allem weiter die Sozialkassen belasten, ist bisher nicht eingetreten. Aktuell sind 132 ausländische Mitbürger ohne Arbeit. Das sind 18 weniger als noch vor einem Jahr.

Der Fachkräftemangel hat dazu geführt, dass insbesondere erfahrene Arbeitnehmer und -nehmerinnen in der Altersgruppe von 50 bis 65 Jahre am Arbeitsmarkt wieder gefragt sind. Hier ist mit 5,0% die Arbeitslosenquote am geringsten.

Insgesamt hat sich die Entwicklung zu einer Vereinheitlichung der Verhältnisse in Westmecklenburg fortgesetzt. Aktuell trennen die Geschäftsstelle Grevesmühlen (5,0%) und Wismar (7,8%) noch 2,8% -Punkte. Hagenow hatte im letzten Quartal die größte Dynamik und verbesserte sich noch einmal um 0,8 % - Punkte auf eine Arbeitslosenquote von jetzt 5,2%.

R. Masche