Agentur für Arbeit legt Statistik für den 31.3.20 vor

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Arbeitsmarktzahlen spiegeln jüngste Entwicklungen im Zusammenhang mit der Corona Pandemie noch nicht wieder.

Üblicher Weise erhält die Stadt den aktuellen Arbeitsmarktreport mit einem schmucklosen Drei Zeiler übersandt.  Dass diesmal eine Pressemitteilung beigefügt war, spricht schon für die Besonderheit der Situation.

Stichtag für die Erhebung der Daten für die Märzstatistik war der 12.3.2020. Wahrscheinlich werden die Daten immer zum Monatszwölften erhoben, so dass der letzte betrachtete Monat immer vom 12. bis zu 12. geht. Das spielt normalerweise auch keine Rolle, wenn nicht die Politik am 16. eines Monats  einschneidende Maßnahmen für die Wirtschaft beschließt.

Somit ist die dort für Hagenow ausgewiesene Arbeitslosenquote von 5,1%, Platz 3 hinter Gadebusch und Grevesmühlen mit je 4,8 %, im wahrsten Sinne des Wortes der Schnee von gestern.

„Seit dem 16. März registrieren wir auch in unserer Region erhöhte Arbeitslosmeldungen“, wird der Leiter der Schweriner Agentur für Arbeit zitiert. Und, die traditionelle Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt – die wir im April üblicher Weise  erwarten -  wird ausbleiben.  Dazu muss man nicht Prophet sein, denn die einschränkenden Maßnahmen halten noch mindestens bis zum 20. April an.

So hat sich die Wirtschaftsförderung heute per Telefoninterview mit den bedeutendsten Arbeitsgebern am Standort ein eigenes Bild über die aktuelle Situation gemacht.

Der Befund, die letzten zwei ein halb Wochen konnten die Unternehmen gut wegstecken. Die Auftragslage im produzierenden Gewerbe ist noch zufriedenstellend. Der Krankheitsstand ist normal. Es gibt (noch) keine Infizierten und die Belegschaften ziehen mit. Um im Bild eines Baumes zu bleiben, der Stamm ist gesund und wird es voraussichtlich auch noch eine Weile sein. Wenn man die Blätter mit dem Alphabet durchnummeriert fällt auf, das die Blätter E wie Einzelhandel, F wie Fahrzeugbau und -verkauf, G wie Gastronomie und  H wie Hotels bereits weitestgehend fehlen. Sie sind vom Strom des Lebens abgeschnitten und leben von den eingelagerten Reserven oder von der Subventionsnadel der öffentlichen Hand. Für Sie hat der Überlebenskampf schon begonnen und damit auch der Kampf um die Attraktivität unserer Innenstädte.

Unser heutiger Verzicht ist nur zu rechtfertigen, wenn wir uns damit die Zukunft erkaufen in Form von Gesundheit und funktionierenden Regionalstrukturen.

Wir wollen eine Stadt zum Leben und Arbeiten bleiben.

R. Masche